Die kurze Antwort zuerst: Lies die Datei einmal auf Struktur, schreib eine Frage pro Idee, beantworte die Fragen aus dem Kopf, und behalte Frage und Antwort als Karten. Das ist die ganze Methode, egal ob du sie an einem Abend von Hand machst oder eine KI den ersten Entwurf schreiben lässt. Von Hand dauert ein Foliensatz mit 40 Folien etwa eine Stunde. Mit einem Werkzeug dauert er ein paar Minuten, aber nur, wenn das PDF echten Text enthält, und zehn Minuten Nacharbeit brauchst du trotzdem.
Warum reicht es nicht, das Skript zu lesen?
Weil Lesen die Lernform mit dem schlechtesten Verhältnis von Zeit zu Ertrag ist. Es fühlt sich nach Arbeit an, die Folien werden vertraut, und die Vertrautheit wird für Wissen gehalten. In seiner Übersicht über Lerntechniken kommt John Dunlosky zu dem Ergebnis, dass Markieren, wiederholtes Lesen und Zusammenfassen wenig bringen, während Selbsttests und über die Zeit verteiltes Lernen zu den nützlichsten Techniken gehören. Zum Markieren zitiert er sogar eine Studie, in der Studierende, die beim Lesen markierten, im Verständnistest schlechter abschnitten.
Die deutschsprachige Zusammenfassung bei In-Mind sagt dasselbe in einem Satz, der sich lohnt: „Schnelle Lernerfolge übersetzen sich leider nicht automatisch in langfristige Lernerfolge.“ Wer paukt, vergisst „genauso schnell wieder“, wie er gepaukt hat. Tests dagegen seien „eine der besten Lernmethoden für langfristigen Lernerfolg“, und verteiltes Lernen sei „einer der robustesten Lerneffekte der Kognitionspsychologie“.
Bei einem Foliensatz ist das Problem größer als bei einem Lehrbuch. Folien sind Stichworte für eine sprechende Person, keine Erklärungen. Zwanzig Wörter und ein Schaubild ergaben Sinn, solange die Dozentin darüber redete. Drei Wochen später, allein am Schreibtisch, sind es Überschriften. Sie in Fragen zu verwandeln, zwingt dich, die Erklärung zu rekonstruieren, und genau diese Rekonstruktion ist das Lernen.
Was darfst du mit einem Vorlesungsskript machen?
Kurz: für dich lernen ja, weitergeben nein. Das Skript, der Foliensatz und der eingescannte Buchauszug in deinem Moodle-, ILIAS- oder Stud.IP-Kurs sind urheberrechtlich geschützt, und sie liegen dort auf einer bestimmten Grundlage.
§ 60a UrhG erlaubt für Unterricht und Lehre, bis zu 15 Prozent eines veröffentlichten Werkes zu vervielfältigen und zugänglich zu machen, und zwar für Lehrende und Teilnehmende der jeweiligen Veranstaltung, für Lehrende und Prüfende derselben Einrichtung sowie für Dritte, soweit es der Präsentation der Lehre oder der Lernergebnisse dient. Abbildungen, einzelne Zeitschriftenbeiträge, Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen vollständig genutzt werden. Die Universitätsbibliothek Duisburg-Essen fasst die entscheidende Bedingung auf ihrer Seite zu § 60a so zusammen: Solche Materialien „dürfen nicht frei auf der Homepage des Lehrstuhls oder in einer anderen nicht zugriffsbeschränkten Plattform“, weil der Zugriff auf den Kreis der Teilnehmenden beschränkt bleiben muss.
Damit ist auch klar, was das für dich heißt. Die Universität Ulm gibt ihren Lehrenden für Moodle einen Textbaustein mit, der in vielen Kursen unter den Materialien steht: „Eine Weitergabe an Dritte, eine Veröffentlichung oder eine Weiterverbreitung, insbesondere auch im Internet, ohne die Zustimmung des Urhebers/der Urheberin ist nicht erlaubt.“
Die praktische Regel ist kurz:
- Erlaubt: Das Skript herunterladen, für dich Notizen und Karteikarten daraus machen, in ein Werkzeug hochladen, das nur du benutzt.
- Heikel: Karten mit langen wörtlichen Auszügen in ein öffentliches Verzeichnis stellen, in dem sie jeder finden kann. Das ist eine Veröffentlichung, auch wenn es nach Lernhilfe aussieht.
- Nicht erlaubt: Das Skript oder den Foliensatz an Leute außerhalb des Kurses weitergeben, in eine offene Cloud legen oder ins Netz stellen.
Für die Lerngruppe im selben Kurs ist die Lage entspannt, weil ihr ohnehin alle Zugriff habt. Für den Fachschafts-Cloudordner, in den auch Erstsemester schauen, die den Kurs nicht belegt haben, ist sie es nicht. Frag im Zweifel die Lehrperson, das ist eine Mail und keine Diskussion.
Wie machst du aus einem Foliensatz von Hand Notizen?
Vier Schritte, etwa eine Stunde für eine Vorlesung. Mach es mindestens ein paar Mal von Hand, weil du dabei lernst, wie eine gute Karte aussieht, bevor du eine Maschine welche schreiben lässt.
Schritt 1: einmal auf Struktur lesen. Geh in fünf Minuten durch den ganzen Satz, ohne etwas lernen zu wollen. Notier die Abschnittstitel und wo die meisten Folien liegen. Ein Thema mit zwölf Folien ist ein Thema, das in der Klausur vorkommt. Nimm dir daneben die Lernziele aus dem Modulhandbuch. Dort steht in Verbform, was du am Ende können sollst, und diese Verben sagen dir, welche Art von Frage du schreiben musst.
Schritt 2: eine Zeile pro Idee. Geh zurück durch die Folien und schreib zu jeder Folie, die eine Idee trägt, eine Zeile in deinen eigenen Worten. Titelfolien, Gliederungsfolien und jedes wiederholte Schaubild überspringst du. Bei 40 Folien landest du bei 15 bis 25 Zeilen. Hier wird aus Lesen Mitschreiben. Die gleiche Bewegung für die Vorlesung selbst beschreibt die Cornell-Methode mit einer Spalte für Stichworte neben den Notizen.
Schritt 3: aus jeder Zeile eine Frage. „Die Mitochondrien erzeugen ATP durch oxidative Phosphorylierung“ wird zu „Wie erzeugen Mitochondrien ATP?“. Die Zeile, die du geschrieben hast, ist die Antwort. Wo eine Folie einen Ablauf oder einen Vergleich zeigt, formulierst du die Frage so, dass sie den Ablauf verlangt, also „Welche Schritte hat X?“ statt „Was ist X?“. Die Universität Göttingen schreibt zu ihren ILIAS-Lernkarten, Karten sollten „Zusammenhänge aufzeigen“ statt isoliertes Faktenwissen, und warnt: „Fehler werden mitgelernt und diese sind dann nur schwer zu verlernen.“ Eine falsch abgeschriebene Formel lernst du drei Wochen lang mit.
Schritt 4: einmal aus dem Kopf antworten. Deck die Antworten ab und geh die Fragen einmal durch. Markier die, die du nicht konntest. Dieser Durchgang ist noch keine Wiederholung, sondern die Prüfung, ob deine Fragen überhaupt beantwortbar und deine Antworten vollständig sind. Er dauert zehn Minuten und ist der Schritt, den fast alle auslassen.
Was am Ende dasteht, sind Paare aus Frage und Antwort. Das ist ein Kartenstapel, egal in welchem Programm er liegt. Was eine gute Karte von einer schlechten trennt, steht in Karteikarten aus deinen Notizen.
Wie macht eine KI daraus Notizen und Karteikarten?
Sie macht dieselben vier Schritte, schwach bei Schritt eins und stark bei den Schritten zwei und drei. Du lädst das PDF, die PowerPoint- oder die Word-Datei hoch, das Werkzeug zieht die Textebene heraus, schickt sie an ein Sprachmodell mit der Anweisung, strukturierte Notizen und danach Fragekarten zu schreiben, und liefert beides in ein bis zwei Minuten.
Was das Werkzeug gut kann
Herausziehen und Formulieren. Es übersieht keine Folie, es wird auf Folie 35 nicht müde, und es schreibt saubere Fragen. Für 40 Folien bekommst du typischerweise eine Seite Notizen mit Überschriften und 20 bis 40 Karten. Die Zeitersparnis ist echt: Aus einer Stunde werden zehn Minuten.
Was du danach noch machst
Drei Dinge. Erstens löschst du die Karten, die nach Nebensächlichkeiten fragen: der Name des Gastdozenten, das Datum auf der Titelfolie, die Definition, die einmal auftauchte und nie wieder. Zweitens vergleichst du die Karten mit dem, was deine Prüfung verlangt. Wenn deine Klausuren Vergleiche und Begründungen wollen, reichen Karten mit einem Fachbegriff als Antwort nicht, und du schreibst einige in Warum- und Wie-Fragen um. Drittens teilst du jede Karte mit zwei Antworten in zwei Karten. In diesem Durchgang urteilst du darüber, was wichtig ist, und das ist der Teil der Handarbeit, der sich lohnt.
Von Hand oder erzeugen lassen?
| Kriterium | Von Hand | Mit einem KI-Werkzeug |
|---|---|---|
| Zeit für 40 Folien | Etwa eine Stunde | Zehn bis fünfzehn Minuten mit Nacharbeit |
| Karten am Ende | 15 bis 25, alle deine | 20 bis 40, einige zum Löschen |
| Lerneffekt beim Erstellen | Hoch, das Schreiben ist die Lerneinheit | Niedrig, das Prüfen ist die Lerneinheit |
| Braucht eine Textebene | Nein | Ja |
| Gut für | Die zwei schwersten Themen im Modul | Den Rest des Moduls |
Warum scheitern gescannte PDFs?
Das ist der häufigste Fehlschlag, und er hat nichts mit dem Werkzeug zu tun. Ein eingescannter Reader, ein abfotografiertes Handout oder als Bilder exportierte Folien sehen für dich aus wie Text und für die Software wie Fotos. Es gibt nichts herauszuziehen, und du bekommst leere Notizen, eine Handvoll Karten, die aus dem Dateinamen gebaut sind, oder eine Fehlermeldung.
Wie du es erkennst
Öffne das PDF und versuch, einen Satz mit der Maus zu markieren. Markiert sich die ganze Seite als ein Block, oder gar nichts, gibt es keine Textebene. Adobe benutzt auf seiner OCR-Seite denselben Test: „Du erkennst gescannten Text in einer PDF daran, dass du ihn nicht markieren oder kopieren kannst.“
Wie du es reparierst
Lass vor dem Hochladen OCR laufen. Acrobat, die meisten PDF-Programme und mehrere kostenlose Werkzeuge legen eine Textebene über den Scan, oder wie Adobe schreibt: „Mit OCR wandelst du deine Datei wieder in ein lesbares und durchsuchbares PDF um.“ Rechne mit Fehlern bei Formeln, Tabellen und Handschrift, und prüf die Karten aus diesen Seiten besonders genau. Besser ist der Weg über die Quelle: Wer Folien als Bilder exportiert hat, hat fast immer noch die PowerPoint-Datei, und die braucht keine Texterkennung. Eine Mail an die Lehrperson dauert zwei Minuten und spart eine Stunde Ärger.
Welche Dateien funktionieren, und welche nicht?
| Datei | Funktioniert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| PPTX aus Moodle oder ILIAS | Ja, am besten | Text steht direkt in der Datei, keine Texterkennung nötig |
| PDF aus PowerPoint exportiert | Ja | Textebene vorhanden, Notizen unter den Folien fehlen meist |
| DOCX-Skript | Ja | Überschriften helfen dem Werkzeug beim Gliedern |
| Gescanntes Buchkapitel | Nein, erst nach OCR | Nach der Texterkennung Formeln und Tabellen kontrollieren |
| Abfotografierte Tafel | Nein | Abtippen oder in die eigenen Notizen aufnehmen |
| Handschriftliche Mitschrift als PDF | Meistens nicht | OCR erkennt Handschrift unzuverlässig |
| Foliensatz mit vielen Schaubildern | Teilweise | Was nur im Bild steht, fehlt in den Karten, ergänz es selbst |
| Ganzes Semesterskript mit 300 Seiten | Technisch oft ja, inhaltlich nein | Kapitelweise hochladen, sonst werden die Karten allgemein |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Ein Modell, das 300 Seiten zusammenfassen soll, schreibt allgemeine Karten. Dasselbe Modell schreibt für 40 Folien konkrete. Teil ein Skript nach Kapiteln, und benenn die Dateien so, dass du eine falsche Karte später zur Quelle zurückverfolgen kannst.
Wann im Semester machst du das?
In der Woche, in der die Vorlesung läuft, nicht in der Klausurenphase. Das Wintersemester läuft von Oktober bis März, das Sommersemester von April bis September, und die Klausuren liegen meist in den zwei bis drei Wochen nach dem Ende der Vorlesungszeit, also im Februar und im Juli. Wer im Februar anfängt, Folien in Fragen zu verwandeln, macht die Arbeit zum ersten Mal und wiederholt sie kein einziges Mal.
Ein Rhythmus, der bei vier Modulen funktioniert:
- Am Tag nach der Vorlesung, zwanzig Minuten. Foliensatz durchgehen oder hochladen, Notizen prüfen, Karten aufräumen. Zwanzig Minuten pro Modul und Woche sind über ein Semester etwa zehn Stunden, verteilt statt an einem Stück.
- Am Wochenende, dreißig Minuten. Der Kartenstapel der Woche, gemischt über die Module. Gemischt ist unbequemer und wirkt besser, weil du erst erkennen musst, welche Art von Aufgabe vor dir liegt.
- In der vorlesungsfreien Zeit. Jetzt kommt der Stoff dazu, den du aus Altklausuren kennst. Fragen aus alten Klausuren sind die einzigen Karten, bei denen du sicher weißt, dass die Frageform stimmt. Die Fachschaft hat sie meistens.
Der Punkt dabei ist nicht Disziplin, sondern Verteilung. Dieselbe Stundenzahl, über zwölf Wochen gestreut, bringt mehr als in der letzten Woche gebündelt, und das ist einer der am besten belegten Effekte in der Lernforschung.
Wie wiederholst du die Karten?
Karten, die du nie wiederholst, sind ein Dokument. Was daraus eine Lernmethode macht, ist der Plan aus Spaced Repetition: am nächsten Tag zum ersten Mal, dann nach drei Tagen, nach einer Woche, nach zwei Wochen und nach einem Monat. Eine Karte, die du nicht konntest, geht zurück auf den ersten Abstand.
Zwei Regeln halten den Plan ehrlich. Antworte immer, bevor du umdrehst, denn wer zuerst auf die Antwort schaut, macht aus der Karte wieder wiederholtes Lesen. Und schick eine falsch beantwortete Karte zurück an den Anfang, statt sie durchzuwinken. Die Universität Göttingen beschreibt für ihre Lernkarten das Leitner-System mit fünf Fächern, bei dem das Startfach täglich drankommt, und rät dazu, „pro Tag auch nicht viel mehr als zehn neue Karteikarten“ aufzunehmen. Rechne das auf deine Klausurenphase im Februar oder Juli zurück, dann weißt du, wann du mit einem Modul anfangen musst.
Wo Notibo hineinpasst
Notibo macht die erzeugte Variante: Du lädst eine PDF-, PPTX- oder DOCX-Datei hoch und bekommst strukturierte Notizen und einen Kartenstapel zurück, der mit Spaced Repetition zur Wiederholung eingeplant wird. Die Grenzen stehen offen im Produkt. Die ersten 14 Tage mit Pro sind kostenlos, ohne Kreditkarte. Danach nimmt der kostenlose Tarif fünf Dokumente im Monat mit bis zu 50 Seiten und 20 MB je Datei und schreibt bis zu 10 Karteikarten pro Dokument. Pro kostet 9,99 EUR im Monat oder 88,99 EUR im Jahr und hebt die Grenze auf 500 Seiten und 50 MB pro Datei. Für Foliensätze wird nach Folien gezählt, weil eine Folie keine Seite ist: 200 Folien im kostenlosen Tarif, 2.000 mit Pro. Was sonst in den Tarifen steckt, steht auf der Preisseite, und wie die Karten funktionieren, auf der Seite zu Karteikarten.
Für eine Vorlesung pro Datei reicht das bequem. Für den eingescannten Reader aus der Bibliothek reicht es nicht, und das ist die richtige Reihenfolge: erst OCR oder die Originaldatei, dann hochladen. Und danach gilt dasselbe wie für jede erzeugte Karte. Lösch das Nebensächliche, schreib die Ein-Wort-Karten in Fragen um, die nach dem Warum fragen, und antworte, bevor du umdrehst.
