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Notizen in Vorlesung, Übung, Labor und Praktikum

Von · Notibo

Veröffentlicht · 15 Min. Lesezeit · aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vorlesungsnotiz hält den Gedankengang fest, die Übungsnotiz die Korrektur an deiner Lösung, die Seminarnotiz die Einwände, das Laborjournal das, was du tatsächlich getan hast, mit Stift, während du es tust.
  • Die FU Berlin nennt das Laborjournal ein Dokument: fest gebunden, Seiten nummeriert, jeder Messwert sofort notiert. Das Elektronikpraktikum in Stuttgart verlangt Kugelschreiber oder Tinte, Fehler werden durchgestrichen.
  • Köln und Freiburg sagen zum Übungsblatt dasselbe: am Tag der Ausgabe anfangen, nie die erste Fassung abgeben, Lösungen in ganzen Sätzen. Deine Notiz aus der Übung ist die Korrektur, nicht die Musterlösung.
  • Im Praxissemester an der Schule unterschreibst du in Bonn eine Verschwiegenheitserklärung, und Ton- und Bildaufnahmen des Unterrichts brauchen in NRW das Einverständnis des Ministeriums. Also schreiben, nicht aufnehmen.
  • Famulatur und PJ stehen unter § 203 StGB. Würzburg untersagt Foto-, Audio- und Videoaufzeichnungen in allen Lehrveranstaltungen und von Patientinnen und Patienten. Schreib auf, was du gelernt hast, nie, von wem.
  • Aufnehmen passt zur Vorlesung und fast nirgends sonst, und auch dort nur mit Einwilligung der Lehrperson.

Kurze Antwort zuerst. Die Vorlesungsnotiz hält den Gedankengang fest, weil eine Person ihn vor einem großen Raum entwickelt und du seine Form brauchst. Die Übungsnotiz hält die Korrektur an deiner eigenen Lösung fest, weil das der Inhalt der Stunde ist. Die Seminarnotiz hält fest, was die anderen gesagt haben, weil die Einwände der Stoff der Hausarbeit sind. Das Laborjournal hält fest, was du tatsächlich getan hast, mit Stift, während du es tust. Die Praktikumsnotiz hält fest, was du gelernt hast, ohne festzuhalten, von wem. Und die Notiz aus der Sprechstunde hält die nächsten Schritte fest, in den Worten, in denen sie genannt wurden.

Ein Studium, sieben verschiedene Aufgaben. Fast jeder Ratgeber zum Mitschreiben denkt an den Hörsaal, und der Hörsaal ist selten der Ort, an dem über die Note entschieden wird.

Was steckt in einer Woche an einer deutschen Hochschule?

Dein Stundenplan ist nicht ein Format in Wiederholung. Die Universität Stuttgart beschreibt die Räume nüchtern, und die Formen sind an den meisten Hochschulen dieselben.

  • Vorlesung. „Vorlesungen richten sich meist an eine große Zuhörermenge.“ Lehrende vermitteln im Vortrag einen Überblick.
  • Übung. Im kleineren Kreis lernst du wissenschaftliche Arbeitsmethoden anzuwenden, oder die Lehrenden vertiefen den Vorlesungsstoff. Rostock sagt es konkreter: Die Studierenden bearbeiten vorgegebene Übungsaufgaben.
  • Tutorium. Eine Arbeitsgruppe, in der du den Stoff unter Leitung einer Tutorin oder eines Tutors vor- und nachbereitest.
  • Seminar. „In Seminaren wird unter Anleitung ein bestimmtes Thema erarbeitet.“ Du beteiligst dich aktiv, etwa mit einem Referat.
  • Praktikum. Rostock: eine betreute Lehrveranstaltung, in der Studierende in kleinen Gruppen eigene Projekte bearbeiten. Im Laborfach heißt das Laborjournal, im Lehramt, in der Medizin und in der Sozialen Arbeit Praxissemester, Famulatur oder Praxisphase, außerhalb der Hochschule.
  • Sprechstunde. Steht in keiner Typologie und entscheidet über die Hausarbeit.

Zähl in deinem Stundenplan die Stunden, die keine Vorlesung sind. Das ist der Teil deiner Woche, für den du noch keine Methode hast.

Vorlesung: Was schreibst du, wenn du nicht alles schreiben kannst?

Das Schreibzentrum der Universität des Saarlandes beginnt mit dem, was du weglässt: nicht jedes Wort mitschreiben, nur das Wichtige und Interessante notieren, Hauptaussagen stichwortartig im Nominalstil. Schlüsselwörter sind meist Fachtermini, die gehäuft auftreten. Göttingen setzt davor die Vorbereitung: Notier, was du nicht verstehst, und fokussier möglichst genau, an welcher Stelle du den Faden verlierst. Wer das vorher weiß, hört anders zu.

Entscheide vor der Vorlesung, was du schreibst

Die Folien existieren schon. Die Notiz muss festhalten, was nicht auf ihnen steht.

  • Das Gerüst. Die Abschnitte und die Frage, die jeder beantwortet.
  • Was gesagt wurde und nicht auf der Folie steht. Der Nebensatz, die Einschränkung, die Begründung zwischen zwei Punkten. Das gibt es sonst nirgends.
  • Rechenbeispiele vollständig. Auch die Schritte, die beim Zusehen selbstverständlich wirkten.
  • Ein Zeichen am Rand für alles, was du nicht verstanden hast. Es hält dich in Bewegung.

Für das Blatt selbst empfehlen Göttingen und das Saarland dieselbe Aufteilung, die Cornell-Methode. Die Bibliothek der TU Hamburg beschreibt sie in vier Bereichen: Kopfzeile, rechts die Notizen, links Begriffe und Fragen, unten die Zusammenfassung. In der Nachbereitung wandern Kernideen und Fragen in die linke Spalte. Göttingens Begründung: Die Seite ist so eingeteilt, dass die Nachbereitung möglichst leicht gelingt. Cornell ist ein Vorlesungsformat. Ins Labor passt es nicht, ins Seminar nur halb, und der Rest dieses Artikels erklärt, warum.

Innerhalb von 24 Stunden

Das Saarland ist beim Zeitpunkt deutlich: Unverstandenes möglichst bald im Anschluss an die Veranstaltung nachschlagen. Göttingen: Wer Gedanken und Fragen direkt in der Nachbereitung einarbeitet, hat eine hervorragende Grundlage für die Prüfungsvorbereitung. Der Mathematiker Ulrich Görtz in Duisburg-Essen sagt es in einem Satz: „Bereiten Sie die Vorlesung gründlich nach.“

Zwanzig Minuten, am selben Tag. Lies die Seite einmal und mach aus jedem Randzeichen eine Frage. Die, die du nicht beantworten kannst, kommen auf die Liste für die Übung.

Übung und Tutorium: Warum ist die Notiz eine Korrektur?

Die Übung ist keine kleine Vorlesung. Sie dreht sich um das Übungsblatt und das Vorrechnen. Manfred Lehns Text, den die Universität zu Köln weitergibt, beginnt beim Zeitpunkt: „Beginnen Sie mit dem Nachdenken über die Aufgaben in dem Augenblick oder in jedem Falle an dem Tag, an dem Sie das Aufgabenblatt erhalten haben.“ Dann: „Geben Sie niemals die erste Version Ihrer Niederschrift ab.“ Lösungen bestehen aus ganzen Sätzen, und jeder Student soll im Semester wenigstens zweimal vorgerechnet haben. Stefan Kebekus in Freiburg warnt vor der Lerngruppe, die zu früh redet: Lässt du dir Lösungen erklären, geht mindestens die Hälfte des Übungseffekts verloren.

In der Vorlesung empfängst du eine Position. In der Übung hast du eine abgegeben, und der Inhalt der Stunde ist der Abstand zwischen deiner Lösung und der an der Tafel.

  1. Vorher. Deine Lösung, mit dem Schritt markiert, bei dem du unsicher warst.
  2. Währenddessen. Jede Korrektur als Paar: was du geschrieben hast, was es hätte sein sollen. Rechnet jemand anderes vor, notierst du die Stelle, an der die Tutorin eingreift, denn dort liegt die Grenze des Begriffs.
  3. Die Frage, die du nicht beantworten konntest. Einkreisen. Das ist die Lektüre für nächste Woche.
  4. Innerhalb von 24 Stunden. Schreib die Lösung so um, dass sie die Korrekturen übersteht.

Führ über das Semester eine Liste deiner wiederkehrenden Fehler. In Woche sechs ist sie kurz, und es stehen dieselben drei Dinge darauf. Sie ist in der Klausurphase mehr wert als jede Mitschrift und fließt direkt in Prüfungen an deutschen Universitäten. Das Tutorium ist der Ort für die Frage, die du in der Übung nicht gestellt hast. Bring sie schriftlich mit, und die Antwort kommt in dein Heft in den Worten des Tutors.

Seminar: Was schreibst du, wenn Referat und Hausarbeit die Prüfung sind?

Ein Seminar als Vorlesung mitzuschreiben gibt dir eine schlechtere Kopie eines Textes, den du schon gelesen hast. Am Institut für Kunstgeschichte in Halle dient das Referat meist als Grundlage der Seminararbeit, und die Seminararbeit ist die abschließende, benotete Modulleistung. Das Kunstgeschichtliche Seminar in Hamburg rechnet mit 10 bis 15 Seiten in Seminaren und sagt den Satz, der die Seminarnotiz begründet: Hausarbeiten sind mehr als nur aufgeschriebene mündliche Referate, deshalb sollst du auch die Diskussion deines Referats und die Ergebnisse des Seminars berücksichtigen.

Die Diskussion ist also Stoff für die Hausarbeit. Aufnehmen darfst du sie nicht, siehe unten. Also schreibt jemand mit.

  • Die Frage, in den Worten, in denen sie gestellt wurde. Die Formulierung ist die Hälfte dessen, was gelehrt wird.
  • Der Einwand gegen deine Position, in den Worten des Einwenders. Der, den du nicht beantworten konntest, wird der Gegenargument-Abschnitt deiner Hausarbeit.
  • Was eine Kommilitonin gesagt hat, auf das du nicht gekommen wärst. Morgen ist es weg.
  • Alles zur Prüfungsleistung wörtlich, mit Datum. Abgabetermin, Umfang, Zitierweise.

An deinem Referatstag tauschst du: Eine Kommilitonin schreibt die Diskussion für dich mit, du für sie. Wer vorträgt, hört nichts.

Sprechstunde: Warum ist die kürzeste Notiz die wertvollste?

Die Sprechstunde entscheidet über Thema, Fragestellung und Gliederung der Hausarbeit, und sie ist kurz. Das Kompetenzzentrum Schreiben der Universität Paderborn rät, vorher einen einseitigen Entwurf zu schicken, und sagt den Satz, den viele überlesen: „Mache dir ruhig Notizen! In den Sprechstunden wird häufig sehr viel in sehr kurzer Zeit besprochen.“ Oldenburgs Leitfaden ergänzt: den Fragenkatalog am PC verfassen, nachfragen, wenn du etwas nicht auf Anhieb verstehst, und zum Schluss die nächsten Arbeitsschritte klären.

Die Notiz hat drei Zeilen: was zur Fragestellung gesagt wurde, was zur Gliederung, und was du bis wann tun sollst. Schick sie der Lehrperson noch am selben Tag als kurze Mail. Korrigiert sie, hast du die Korrektur schriftlich. Korrigiert sie nicht, hast du eine Zusage.

Laborpraktikum: Was muss ins Laborjournal?

Das Labor ist der eine Raum, in dem die Notiz ein Ereignis festhält und keine Idee. Die Universität Hamburg verlangt für ihr chemisches Praktikum am ersten Tag ein Laborjournal als festes gebundenes Heft in DIN A4 und bewertet vor allem die Qualität der abgegebenen Protokolle. Das Praktikum beginnt mit einer Sicherheitsunterweisung, und die ist Pflicht: Im Grundpraktikum der FU Berlin besteht Teilnahmepflicht, und die TU München schließt vom Praktikum aus, wer die jährliche Unterweisung versäumt. Die erste Notiz des Semesters ist das Datum der Unterweisung und deine Unterschrift.

Was ins Journal gehört, sagt der Protokoll-Leitfaden der FU Berlin so klar wie kein anderer Text: „Die sofortige Mitschrift aller versuchsbezogenen Daten ist eine Frage der wissenschaftlichen Seriosität!“ Du hast das Journal im Labor ständig bei dir, damit die Eintragungen während des Versuchs erfolgen. Schönschrift ist nicht wichtig, Authentizität schon. Jeder Versuch beginnt auf einer neuen Seite, jeder Messwert wird sofort protokolliert, nicht erst nach dem Abschalten des Geräts. Und der Satz, der das Genre definiert: Das Laborjournal ist trotz des vielleicht kritzeligen Inhalts ein Dokument. Deshalb fest gebunden, kein Ringbuch, alle Seiten durchnummeriert. Wer das Protokoll auf die lange Bank schiebt, landet laut Vorwort bei unseriösen Gedächtnisprotokollen.

Die Physik sagt es von der anderen Werkbank aus. Die Protokollrichtlinien des Elektronikpraktikums der Universität Stuttgart legen fest: Das am Versuchstag aufgezeichnete Messprotokoll ist ein Dokument und wird deshalb mit Kugelschreiber oder Tinte geschrieben. Fehler werden durch Ausstreichen kenntlich gemacht, nachträgliches Manipulieren der Daten ist Betrug. Vor dem Verlassen des Praktikums legst du es dem Versuchsassistenten zur Unterschrift vor, das Vortestat. Greifswald verlangt die vom Betreuer abgezeichneten Originalmessdaten im späteren Protokoll, etwa im Anhang. Die TU Chemnitz führt das Messprotokoll im Fortgeschrittenenpraktikum in einem elektronischen Laborbuch, mit derselben Regel: kein Schmierzettel, Datum, Rohdaten, Skizze des Aufbaus, Korrekturen nur in Ausnahmefällen.

Die Werkbanknotiz in drei Spalten

Aus diesen Regeln ergibt sich die Methode von selbst. Drei Spalten.

  1. Was die Anleitung sagt. Verweis auf die Seite im Skript, nicht abgeschrieben.
  2. Was du tatsächlich getan hast. Abweichungen, die ersetzte Chemikalie, das neu kalibrierte Gerät, und dein Grund dafür, eingetragen, während es passiert.
  3. Was du beobachtet hast, mit Einheiten und Uhrzeit. Ganze Sätze für alles Ungewöhnliche. Dateinamen für alles, was der Rechner aufgezeichnet hat.

Spalte zwei lassen alle aus, und genau die braucht das Protokoll, denn der Durchführungsteil beschreibt den Versuch, der stattgefunden hat, nicht den geplanten. Spalte drei ist der Rohstoff der Diskussion, und die Anomalie, die am Dienstag offensichtlich war, ist am Sonntag weg. Am selben Tag prüfst du nur eins: Könntest du aus diesem Journal ein vollständiges Protokoll schreiben? Und du überträgst die Rohdaten in eine Tabelle, solange du deine Handschrift noch lesen kannst. Das Handy hat im Labor nichts zu tun, aus Sicherheitsgründen.

Praxissemester und Pflichtpraktikum: Was schreibst du für den Bericht?

An Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist das Praxissemester fester Teil des Studiums. Die TH Rosenheim sieht es in allen Bachelorstudiengängen vor und verlangt am Ende einen Praxisbericht mit kurzer Firmenvorstellung, Tätigkeitsbeschreibung und Fazit. Die Berliner Hochschule für Technik rechnet mit 20 Wochen in der Technischen Informatik und 12 in der Medieninformatik, will den Bericht spätestens sechs Wochen nach Ende der Praxisphase und nennt als Ziel Dokumentation und Reflexion mit Bezug zu den Studieninhalten: Wie war der genaue Umfang der Aufgaben, worauf konnte aufgebaut werden, gab es regelmäßige Rücksprachen. In der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin sind es 100 Tage im vierten Semester, angeleitet von staatlich anerkannten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, mit zehn Sitzungen Supervision, und die Praxissemestervereinbarung verpflichtet dich ausdrücklich, Schweigepflicht und Datenschutz zu beachten.

Niemand kann in Woche 20 aus dem Gedächtnis beschreiben, was in Woche 3 der Umfang der Aufgabe war. Der Bericht entsteht aus einem Heft, das du vom ersten Tag an führst.

  • Täglich fünf Zeilen. Aufgabe, was du getan hast, welches Verfahren aus dem Studium du gebraucht hast, was nicht funktioniert hat, mit wem du Rücksprache hattest.
  • Wöchentlich einen Absatz. Der Bezug zum Studium, ausdrücklich. Das ist der Teil, den die Hochschulen benoten.
  • Betriebsgeheimnisse bleiben im Betrieb. Der Bericht an der BHT wird vom Betrieb abgezeichnet. Schreib so, dass deine Betreuerin ihn unterschreiben kann.

Klinik, Schule, Soziale Arbeit: Was darfst du aufschreiben?

Medizin, Pflege, Lehramt und Soziale Arbeit verbringen große Teile des Studiums in Räumen voller Menschen, die nicht da sind, um studiert zu werden. Die Regeln kommen aus dem Strafrecht, und sie sind strenger als jede Vorlesungsregel.

§ 203 StGB bestraft mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm als Arzt, Zahnarzt, Apotheker oder als Angehörigem eines anderen Heilberufs mit staatlich geregelter Ausbildung anvertraut worden ist. Staatlich anerkannte Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen stehen in derselben Liste. Der Teil, der dich betrifft: Die Weitergabe an Personen, die zur Vorbereitung auf den Beruf tätig sind, ist kein Offenbaren, und wer als mitwirkende Person ein Geheimnis unbefugt offenbart, wird ebenso bestraft. Für die Pflege gilt das über § 1 Pflegeberufegesetz, denn die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann braucht eine Erlaubnis.

Die Medizinischen Fakultäten machen das konkret. Die LMU weist darauf hin, dass Studierende während des gesamten Studiums, auch im Praktikum bei einem niedergelassenen Arzt, nach § 203 StGB der Schweigepflicht unterliegen, zeitlich unbefristet. Würzburg lässt Studierende unterschreiben, Daten aus Lehrveranstaltungen, insbesondere von Patientinnen und Patienten, vertraulich zu behandeln, und untersagt nach § 11 Absatz 9 der Studienordnung Foto-, Audio- und Videoaufzeichnungen in allen Lehrveranstaltungen und Prüfungen generell. Aufnahmen von Patientinnen und Patienten, Röntgenbildern und Befunden verletzen dort das Persönlichkeitsrecht.

Das gilt in der Famulatur wie im Praktischen Jahr. § 7 ÄApprO legt die Famulatur auf vier Monate zwischen dem Ersten und dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, unter Leitung approbierter Ärztinnen und Ärzte, um dich mit der ärztlichen Patientenversorgung vertraut zu machen. § 3 ÄApprO macht aus dem Praktischen Jahr drei Abschnitte von je 16 Wochen, in denen du lernst, das Gelernte auf den einzelnen Krankheitsfall anzuwenden. Der Krankheitsfall ist ein Mensch mit Namen, und der Name gehört nicht in dein Heft.

Im Lehramt ist es die Schule. Das Bonner Zentrum für Lehrerbildung verpflichtet Studierende in allen Angelegenheiten, die Schule, Kollegium, Schülerinnen und Schüler und Eltern betreffen, zur Verschwiegenheit, auch nach dem Praxissemester. Bild- und Tonaufzeichnungen des Unterrichts dürfen nach Schulgesetz NRW §§ 120 und 121 nur erfolgen, wenn die Betroffenen rechtzeitig informiert wurden und nicht widersprochen haben, und zusätzlich ist das Einverständnis des Schulministeriums einzuholen. Duisburg-Essen beschreibt denselben Weg und verlangt die Anonymisierung in allen Dokumenten, die Studierende erstellen. Bielefeld koppelt Videoaufnahmen im Unterricht immer an die Einwilligung der Betroffenen, bei Schülerinnen und Schülern bis 16 Jahren an die der Erziehungsberechtigten. Für deine persönliche Notiz gibt es dieses Verfahren nicht. Also gibt es keine Aufnahme.

Das Praktikumsheft

  • Lernen, nicht Menschen. Schreib, was du über das Krankheitsbild, die Technik, die Unterrichtsstrategie gelernt hast. Keine Namen, keine Geburtsdaten, keine Bettnummern, keine Klassenlisten.
  • Reflexion am selben Tag. Was du getan hast, was du anders machen würdest, was du deine Anleiterin fragen musst.
  • Fragen für die Hochschule. Die Lücke zwischen Lehrbuch und Station kommt auf eine Liste für das Begleitseminar.
  • Wo das Heft liegt. Nicht auf einem geteilten Laufwerk, nicht in einer Chatgruppe, nicht in einer App, die es irgendwohin hochlädt. Papier ist im Praktikum das sicherste Format.

Darfst du irgendetwas davon aufnehmen?

Die Vorlesung, mit Einwilligung. Das Justitiariat der Universität Duisburg-Essen nennt die Rechtslage eindeutig: Ton-, Foto- und Videoaufzeichnungen von Lehrveranstaltungen sind ohne Einwilligung aller Betroffenen, Lehrende und Studierende, urheberrechtlich wie persönlichkeitsrechtlich unzulässig und strafbar. Wer aufnehmen will, fragt vorher unter Angabe des Zwecks. Wie du an deiner Hochschule fragst, steht in Vorlesungen aufzeichnen in Deutschland.

Der Grund ist nicht Bürokratie. Im Seminar würdest du 20 Kommilitoninnen und Kommilitonen aufnehmen, die dem nicht zugestimmt haben, in der Klinik Patientinnen, an der Schule Kinder. Nimm die Vorlesung auf, mit Zusage. Überall sonst schreib.

Wie holst du sieben Hefte in ein Modul zurück?

Das Semester lässt dafür am Ende keine Zeit: Auf die Vorlesungszeit folgt die Prüfungsphase, und die muss allen Modulen gleichzeitig dienen. Wie die Wochen liegen, steht in Semesterplan für das Studium in Deutschland. Die Übersicht:

Raum Was du schreibst Innerhalb von 24 Stunden Aufnahme
Vorlesung Gerüst, das Gesagte neben der Folie, Randzeichen Randzeichen zu Fragen machen, 20 Minuten Nur mit Einwilligung der Lehrperson
Übung und Tutorium Korrektur an deiner Lösung als Paar, Stelle des Eingriffs beim Vorrechnen Lösung umschreiben, Fehlerliste ergänzen Nein
Seminar Frage und Einwand im Wortlaut, Prüfungsleistung wörtlich Einwand an den Anfang der Hausarbeitsnotizen Nein
Sprechstunde Fragestellung, Gliederung, nächste Schritte Als Mail an die Lehrperson Nein
Labor Laborjournal, mit Stift, während des Versuchs Rohdaten übertragen, Vollständigkeit prüfen Nein, Handy bleibt weg
Praxissemester Täglich fünf Zeilen, wöchentlich der Bezug zum Studium Reflexion am selben Tag Nein
Klinik, Schule, Soziale Arbeit Gelerntes ohne Namen, Fragen für die Hochschule Reflexion, Fragenliste Nie

Dazu wöchentlich eine Seite pro Modul: der Gedankengang der Vorlesung in drei Sätzen, die Korrektur aus der Übung, der Einwand aus dem Seminar, die Beobachtung aus dem Labor, die du nicht erklären kannst, und die offenen Fragen. Diese Seite steht von selbst in deinen Worten. Mach aus den offenen Fragen Karteikarten und fang in Woche drei an, sie ohne Nachschauen zu beantworten, nicht in der Klausurwoche.

Wo Notibo hineinpasst

Notibo nimmt eine Vorlesung auf oder nimmt eine hochgeladene Audiodatei und liefert Transkript, strukturierte Notizen und Karteikarten mit Spaced Repetition. Aus PDF, PPTX und DOCX macht es ebenfalls Notizen und Karteikarten, das deckt die Folien und das Praktikumsskript ab. Es transkribiert 89 Sprachen, Deutsch voll unterstützt. Der kostenlose Tarif hat 30 Aufnahmeminuten im Monat, ein Semester voller 90-Minuten-Vorlesungen heißt Pro für 9,99 Euro im Monat mit sieben Tagen Probezeit im Monatsabo oder 99,99 Euro im Jahr. Uploads sind auf 50 MB begrenzt, lange Aufnahmen werden auf dem Handy in 30-Minuten-Dateien geteilt und zu einem Transkript zusammengefügt.

Dateien liegen in der EU bei Supabase in Frankfurt, Transkription und KI-Notizen laufen bei US-Anbietern auf Grundlage von Standardvertragsklauseln. Damit ist es der falsche Ort für alles aus Klinik, Schule oder Praxisstelle, und du brauchst die Einwilligung der Lehrperson, bevor du aufnimmst. Es hilft in dem Raum, in dem eine Person spricht. Überall sonst bleibt das Schreiben bei dir. Welche App wofür taugt, steht in der besten Notiz-App für Studierende in Deutschland, mehr zur Aufnahmeseite unter Vorlesungsnotizen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Übung und Tutorium?
Die Universität Stuttgart beschreibt die Übung als kleineren Kreis, in dem du wissenschaftliche Arbeitsmethoden kennenlernst und anwendest oder die Lehrenden den Vorlesungsstoff vertiefen. Das Tutorium ist eine Arbeitsgruppe, in der du den Stoff einer Vorlesung oder eines Seminars unter Leitung einer Tutorin oder eines Tutors vor- und nachbereitest. Rostock ergänzt: In der Übung bearbeitest du vorgegebene Aufgaben, das Tutorium führen wissenschaftliche oder studentische Hilfskräfte durch. Für die Notiz heißt das: In der Übung schreibst du die Korrektur an deiner eigenen Lösung auf, im Tutorium die Antwort auf die Frage, die du dort endlich stellen konntest.
Soll ich im Labor tippen oder mit der Hand schreiben?
Wie das Praktikum es vorschreibt, und meistens ist das Papier mit Stift. Die FU Berlin verlangt ein fest gebundenes Laborjournal mit nummerierten Seiten, kein Ringbuch, in dem jeder Messwert unmittelbar protokolliert wird. Das Elektronikpraktikum der Universität Stuttgart nennt das Messprotokoll ein Dokument, das mit Kugelschreiber oder Tinte geschrieben wird, Fehler werden durchgestrichen, nachträgliches Manipulieren ist Betrug. Die TU Chemnitz führt das Messprotokoll im Fortgeschrittenenpraktikum elektronisch, aber mit derselben Regel: kein Schmierzettel, vollständig, Korrekturen nur in Ausnahmefällen.
Darf ich ein Seminar, eine Übung oder das Praktikum aufnehmen?
Fast nie. Das Justitiariat der Universität Duisburg-Essen erklärt Ton-, Foto- und Videoaufzeichnungen von Lehrveranstaltungen ohne Einwilligung aller Betroffenen für unzulässig und strafbar. Die Medizinische Fakultät Würzburg untersagt Aufzeichnungen in allen Lehrveranstaltungen und Prüfungen und von Patientinnen und Patienten. Im Praxissemester an einer Schule in NRW brauchen Bild- und Tonaufzeichnungen des Unterrichts laut Universität Bonn das Einverständnis des Schulministeriums und die Information der Betroffenen. Schreib stattdessen.
Was darf ich in Famulatur und PJ aufschreiben?
Was du gelernt hast, nicht, von wem. Die LMU weist darauf hin, dass Studierende während des gesamten Studiums, auch im Praktikum beim niedergelassenen Arzt, nach § 203 StGB der Schweigepflicht unterliegen. Würzburg lässt Studierende eine Erklärung unterschreiben, Patientendaten aus Lehrveranstaltungen vertraulich zu behandeln, auch über die Ausbildung hinaus. Ins Heft gehören Krankheitsbild, Untersuchungsschritte, die Frage an die Oberärztin und deine eigene Reflexion. Keine Namen, keine Geburtsdaten, keine Bettnummern, keine Fotos, keine Tonaufnahmen.
Was mache ich mit Vorlesungsnotizen in den ersten 24 Stunden?
Einmal lesen und den Rand in Fragen verwandeln. Das Schreibzentrum der Universität des Saarlandes rät, Unverstandenes möglichst bald im Anschluss an die Veranstaltung nachzuschlagen. Göttingen sagt, wer Gedanken und Fragen direkt in der Nachbereitung einarbeitet, hat eine hervorragende Grundlage für die Prüfungsvorbereitung. Der Mathematiker Ulrich Görtz in Duisburg-Essen fasst es kürzer: Bereiten Sie die Vorlesung gründlich nach. Zwanzig Minuten am selben Tag reichen, und es ist der Schritt, den die meisten auslassen.
Wo passt die Cornell-Methode und wo nicht?
Sie passt in die Vorlesung und beim Lesen. Die Universität Göttingen empfiehlt sie für Mitschriften, weil die Seite so eingeteilt ist, dass die Nachbereitung leicht gelingt. Die Bibliothek der TU Hamburg beschreibt die vier Bereiche, Kopfzeile, Notizen rechts, Begriffe und Fragen links, Zusammenfassung unten, und nennt sie flexibel für Texte, Vorlesungen, Seminare und Vorträge. Ins Labor gehört sie nicht, weil das Laborjournal ein Dokument ist und keine Lernseite. Im Praktikum an Schule oder Klinik wird aus der Fragenspalte die Frage, die du zurück an die Hochschule mitnimmst.
Was steckt in einer Woche an einer deutschen Hochschule?
Dein Stundenplan ist nicht ein Format in Wiederholung. Die Universität Stuttgart beschreibt die Räume nüchtern, und die Formen sind an den meisten Hochschulen dieselben. Vorlesung. „Vorlesungen richten sich meist an eine große Zuhörermenge.“ Lehrende vermitteln im Vortrag einen Überblick. Übung. Im kleineren Kreis lernst du wissenschaftliche Arbeitsmethoden anzuwenden, oder die Lehrenden vertiefen den Vorlesungsstoff. Rostock sagt es konkreter: Die Studierenden bearbeiten vorgegebene Übungsaufgaben. Tutorium. Eine Arbeitsgruppe, in der du den Stoff unter Leitung einer Tutorin oder eines Tutors vor- und nachbereitest. Seminar.
Vorlesung: Was schreibst du, wenn du nicht alles schreiben kannst?
Das Schreibzentrum der Universität des Saarlandes beginnt mit dem, was du weglässt: nicht jedes Wort mitschreiben, nur das Wichtige und Interessante notieren, Hauptaussagen stichwortartig im Nominalstil. Schlüsselwörter sind meist Fachtermini, die gehäuft auftreten. Göttingen setzt davor die Vorbereitung: Notier, was du nicht verstehst, und fokussier möglichst genau, an welcher Stelle du den Faden verlierst. Wer das vorher weiß, hört anders zu.

Quellen

  1. Lehrveranstaltungstypen (Universität Stuttgart) (Vorlesung vor großer Zuhörermenge; Seminar mit Referat und Diskussion; Übung im kleineren Kreis; Tutorium unter Leitung einer Tutorin oder eines Tutors)
  2. Veranstaltungen vorbereiten, mitschreiben, nachbereiten (Universität Göttingen) (notieren, was man nicht versteht; Cornell-Methode für Mitschriften; Fragen in der Nachbereitung einarbeiten)
  3. Richtlinien zum Abfassen von Praktikumsprotokollen (FU Berlin, Institut für Chemie und Biochemie) (Laborjournal ständig bei sich, Eintragungen unmittelbar während des Versuchs, fest gebunden, Seiten nummeriert, ein Dokument)
  4. Protokollrichtlinien Elektronikpraktikum (Universität Stuttgart, Fachbereich Physik) (Messprotokoll ist ein Dokument, Kugelschreiber oder Tinte, Fehler ausstreichen, Manipulation ist Betrug, Vortestat durch Unterschrift)
  5. Merkblatt zum schulpraktischen Teil des Praxissemesters (Universität Bonn, Bonner Zentrum für Lehrerbildung) (Verschwiegenheitspflicht auch nach dem Praxissemester; Bild- und Tonaufzeichnungen des Unterrichts nach Schulgesetz §§ 120 und 121 mit Einverständnis des Ministeriums; Erklärung vor Beginn unterschreiben)
  6. Erklärung zur Schweigepflicht und zum Datenschutz (Universität Würzburg, Medizinische Fakultät) (Patientendaten aus Lehrveranstaltungen vertraulich behandeln; Foto-, Audio- und Videoaufzeichnungen in allen Lehrveranstaltungen und Prüfungen generell untersagt)
  7. § 203 StGB Verletzung von Privatgeheimnissen (Gesetze im Internet) (Ärzte und Angehörige anderer Heilberufe mit staatlich geregelter Ausbildung, staatlich anerkannte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen; Personen, die zur Vorbereitung auf den Beruf tätig sind; Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe)
  8. § 7 ÄApprO Famulatur (Gesetze im Internet) (vier Monate in unterrichtsfreien Zeiten zwischen Erstem und Zweitem Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, unter Leitung approbierter Ärztinnen und Ärzte, mit der ärztlichen Patientenversorgung vertraut machen)

Über den Autor

Farhad Ba-Ali

Farhad Ba-Ali baut Notibo in Odense, Dänemark. Er schreibt über Lernmethoden, Gedächtnis und Notizen, ausgehend von den Fragen, die Studierende einschicken, und von dem, was die Daten des Produkts zeigen.

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